Jedes Jahr ernennt die Interessengemeinschaft Bauernhaus ein „Bauernhaus des Jahres”, um auf den baukulturellen Wert regionaler Haustypen und ihre Schutzbedürftigkeit gleichermaßen aufmerksam zu machen, damit die ländliche Baukultur möglichst viele Freunde und Unterstützer gewinnt.
Die Idee für das „Bauernhaus des Jahres“ ist der NABU-Kampagne „Vogel des Jahres“ entlehnt: Genauso wie die Artenvielfalt der Tiere gefährdet ist, ist auch die Vielfalt regionaltypischer Architektur in Gefahr. Wenn ländliche Gebäude aufgrund mangelnder Ideen für eine sinnvolle Nutzung oder Umnutzung abgerissen werden oder, wenn sie dem Flächenfraß beziehungsweise leichtfertiger Baupolitik zum Opfer fallen, steht dieses Kulturerbe auf dem Spiel.
Das Ostfriesische Gulfhaus ist von der Interessengemeinschaft Bauernhaus e.V. (IgB) zum Bauernhaus des Jahres 2026 gekürt worden. Diese Auszeichnung soll das Bewusstsein für den Erhalt dieser kulturhistorisch wertvollen, aber durch Strukturwandel bedrohten Gebäude im Küstenraum schärfen. Der im 16./17. Jahrhundert entstandene Bautyp vereint Wohnen, Viehhaltung und Erntelager (im „Gulf“) unter einem Dach.
Am Sonntag, 26. April 2026, um 11 Uhr, findet dazu ein Festakt statt im Buchenhof in Dornum-Westeraccum. Der Ministerpräsident, Olaf Lies, hat die Schirmherrschaft für das Gulfhaus als Bauernhaus des Jahres 2026 übernommen und wird an der Festveranstaltung mitwirken. Von 10.30 Uhr – 15.00 Uhr wird es im Buchenhof im Rahmen der Festveranstaltung Infostände geben zu regionalem Handwerk und zum Monumentendienst.